Dennis Pauler
Dennis, Deutschland und die Welt
Gelesen: „Artemis“ von Andy Weir
Jazz Bashara lebt seit ihrer Kindheit in der einzigen Stadt auf dem Mond: Artemis, eine Ansammlung von Kuppeln mit etwa 2000 Einwohnern, die meisten Touristen von der Erde. Jazz gehört zu den Einheimischen, die den Laden am Laufen halten, auch wenn ihr Geschäft nach vielen schlechten Entscheidungen in der Jugend der Schmuggel unerlaubter Waren von der Erde zum Mond ist. Bei allen Problemen hält sie ihre moralischen Grundsätze hoch: Keine Waffen, begrenzte brennbare Materialien.
Als sie ein Angebot bekommt, dass sie nicht ablehnen kann, werden ihre moralischen Grundsätze auf die Probe gestellt: Sie soll die Ernter sabotieren, die das Mondgestein abbauen, aus dem Metalle und Sauerstoff abgebaut werden. Im Gegenzug winkt ihr genügend Geld, um endlich ein Zimmer zu mieten, in dem man aufrecht stehen kann.
Artemis ist ein kerniger Science-Fiction-Thriller, in dem das Leben auf einer Mondstation und der Aufbau einer eigenen Mond-Ökonomie sehr realistisch beschrieben werden. Die Geschichte wird von Jazz als Ich-Erzählerin geschildert, die dabei nicht mit Sarkasmus und Wortspielen geizt und auch sonst kein Blatt vor den Mund nimmt. Nach einem langsamen Start, mit dem erstmal die Bühne bereitet wird, überschlagen sich alsbald die Ereignisse und Jazz wird zum Spielball zwischen Politik und organisierter Kriminalität. Ein spannendes, gut zu lesendes Buch, wobei mir nicht klar ist, wie die (guten) Wortspiele sinnvoll ins Deutsche übersetzt werden sollten – alleine deswegen rentiert es sich wahrscheinlich, das Buch im englischen Original zu lesen.